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Schule 2017-06-01T12:31:29+00:00

Kinder einfühlend unterrichten

Lernen durch Beziehung – Lernen mit Begeisterung

„Die Gewaltfreie Kommunikation ist an einem Lernen interessiert, das durch einen Bezug zum Leben motiviert ist, motiviert durch den Wunsch, Fähigkeiten zu erlernen, um besser zu unserem eigenen Wohlergehen und dem Wohlergehen anderer Menschen beitragen zu können.“

Für das Lernen sind laut dem Gehirnforscher Gerald Hüther zwei Faktoren wichtig: die Begeisterung, mit der es geschieht, die Gefühle, die dabei aktiviert werden und die Bezugspersonen, von und mit denen die Kinder lernen, also die Vorbilder.

Positive Beziehungen helfen beim Lernen.

„Lernen ist zu wertvoll, um durch Angst vor Bestrafung, Belohnung, Schuld, Scham oder jede andere einzwängende Taktik motiviert zu sein“.
Marshall B. Rosenberg

Wenn Kinder also Angst vor Strafe haben, das Gefühl haben ausgeschlossen zu werden, wenn sie Angst haben, eine schlechte Note zu schreiben oder sich schuldig fühlen oder schämen, weil sie denken, nicht gut genug zu sein, nicht liebenswert, nicht wertvoll, dann können sie nicht lernen.

Wenn Kinder eine negative Beziehung zu ihrem Lehrer haben, von diesem oft angeschrien, gedemütigt, aus dem Klassenzimmer geschickt und bestraft werden, dann können sie nicht lernen.

Kinder haben Grundbedürfnisse. Die zwei wichtigsten sind: Ich will dazugehören, also das Bedürfnis nach Verbindung, und Ich will etwas leisten, das Bedürfnis nach Wachsen und Freiheit. Immer wenn wichtige Bedürfnisse unerfüllt sind, neigen Menschen zu gewalttätigem Verhalten. Alles was Menschen tun, tun sie, um sich Bedürfnisse zu erfüllen. Nicht immer führen die gewählten Strategien, also das konkrete Verhalten, zum Erfolg.

Es kann sein, dass ein Kind von den anderen ausgeschlossen wird. Es ist traurig und verzweifelt und möchte gerne dazugehören. Sein Bedürfnis nach Verbindung und Gemeinschaft ist unerfüllt. Nun beginnt es die anderen Kinder zu ärgern, zu schlagen, zu treten… Dabei wird es von einem Lehrer gesehen, zurechtgewiesen und bestraft. Was hätte dieses Kind gebraucht? Einen Lehrer, der sein Verhalten beobachtet, mit ihm auf Augenhöhe geht und ihm zuhört. Einen Lehrer, den es interessiert, was hinter dem gezeigten Verhalten steht. Der nachfragt: „Kann es sein, dass du wütend und frustriert bist? Was haben die anderen getan? Was hast du gesehen oder gehört?“ Das Kind könnte antworten: „Sie haben mich nicht mitspie“len lassen“. „Ah, du bist traurig, weil du gerne dazugehören und mitspielen möchtest?“ „Ja!“ „Würdest du die anderen gerne fragen, ob du mitspielen darfst?“ Ich trauen mich nicht.“ „Fühlst du dich unsicher und brauchst du Unterstützung? Möchtest du, dass ich mitgehe?““ Oh ja!“ Dieses Kind fühlt sich angenommen und verstanden. Die Beziehung zu dem Lehrer ist durch dessen Reaktion gestärkt worden. Das Kind fühlt sich ermutigt und erleichtert und kann sich wieder aufs Lernen einlassen.

Mit der inneren Haltung der Gewaltfreien Kommunikation lernen Lehrer in einem anderen Licht auf ihre Schüler zu schauen. Und nicht nur auf die Schüler. Auch der Lehrer mit seinen Gefühlen und Bedürfnissen tritt wieder zum Vorschein.

Die Gewaltfreie Kommunikation hilft uns

  • das Beste in jedem Schüler zu sehen, die Einzigaritgkeit in jedem Menschen, die positive Absicht hinter jedem Verhalten.
  • uns so auszudrücken, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass wir von unseren Schülern mit unseren Anliegen gehört werden.
  • Kinder zu erziehen ohne zu belohnen und zu bestrafen, denn Gewalt erzeugt Gewalt.
  • Kindern so zuzuhören, dass sie sich angenommen und verstanden fühlen.
  • die ursprüngliche Lernfreude, die intrinsische Motivation der Schüler wieder hervorzulocken.
  • schulische Leistungen auf Wertvorstellungen basiert einzuschätzen
  • eine interdependente Lerngemeinschaft aufzubauen, die SchülerInnen dazu anhält, sich um einander zu kümmern und anderen beim Lernen zu helfen. Eine Gemeinschaft, deren Ziel es ist, alle darin zu unterstützen, ihre Ziele zu erreichen.
  • über den Gebrauch von Macht nachzudenken und unsere Macht nur zum Schutz von Bedürfnissen einzusetzen, nie mit der Absicht, jemanden zu bestrafen.